IMG_20200325_185628

Flüssigkeitsschaden, die Ursachen

Erst geht es noch und dann doch nicht mehr. Warum Tipps von Freunden und aus dem Internet nur kurz Freude machen. Wärme trocknet ein Gerät schnell, das ist richtig. Oft geht es nach dem Trocknen sogar wieder an, aber nach einer Weile, manchmal erst nach 1-2 Wochen geht dann plötzlich gar nichts mehr. Berichte dieser Art, senden uns Kunden häufig. Erst freut man sich über die „gelungene Reparatur“ und dann geht es doch nicht mehr. „Ich wollte doch nur noch meine Daten retten“. Genau bei dieser Belastung steigt dann plötzlich der Rechner aus und die Enttäuschung ist gross.

Zusammenfassung

Erst geht es noch und dann doch nicht mehr

Warum Tipps von Freunden und aus dem Internet nur kurz Freude machen

Wärme trocknet ein Gerät schnell, das ist richtig. Oft geht es nach dem Trocknen sogar wieder an, aber nach einer Weile, manchmal erst nach 1-2 Wochen geht dann plötzlich gar nichts mehr. Berichte dieser Art, senden uns Kunden häufig. Erst freut man sich über die „gelungene Reparatur“ und dann geht es doch nicht mehr. „Ich wollte doch nur noch meine Daten retten“. Genau bei dieser Belastung steigt dann plötzlich der Rechner aus und die Enttäuschung ist gross.

Harte Fakten

Das passiert wirklich bei einem Flüssigkeitsschaden

 

Trügerisch: Wärme

  • Wärme entsteht beim Einschalten und Betrieb eines Gerätes.
  • Wärme beschleunigt Oxidations- und Korrosionsprozesse.
  • Wärme erzeugt Wasserdampf, der noch besser in feinste Kontakte eindringen kann. Dort wirken dann Oxidations- und Korrosionsprozesse.
  • Viele Bauteile sind wärmeempfindlich, deswegen schadet direkte Sonneneinstrahlung und Tipps, die im Backofen backen, einen Fön, auf die Heizung legen und ähnliches empfehlen.

Tückisch: Korrosion und Oxidation

Korrosions- und Oxidationsprozesse sind fortschreitende Prozesse. Sie entstehen langsam und werden zusätzlich durch Wärme, die beim Betrieb des Gerätes entsteht oder von aussen zum Trocknen zugeführt wird, beschleunigt.

Fortschreitende Prozesse sind der Grund, warum sich Schäden erst später bemerkbar machen.

Diese unwillkührliche Fortschreitung ist auch der Grund, warum Hersteller keine Reparaturen für Flüssigkeitsschäden anbieten. Sie befürchten, später für nachfolgende Probleme verantwortlich gemacht zu werden. Unser Erfahrung ist jedoch, dass man mit einer guten Flüssigkeitsschadenbehandlung diese Prozesse gut aufhalten kann. Einmal gerettete Platinen leisten unserer Erfahrung nach noch lange gute Dienste.

Durch die Reaktion der Metalle elektronischer Bauteile mit der Flüssigkeit bzw. den in der Flüssigkeit enthaltenen Stoffen, entstehen Ablagerungen. Ähnlich den Kalkflecken auf einer Edelstahlspühle. Um eine Elektronik zu schädigen bedarf es jedoch nicht vieler dieser Ablagerungen. Viele Kontakte sind weit kleiner als 1mm. Kontaktstellen, die eigentlich blank sein sollen, werden stumpf und nicht mehr leitfähig. So kommt es zu Ausfällen. Häufig betroffen sind die Anschlüsse von Display und Tastatur. Eine neue Tastatur kann an einen korrodierten Kontakt nicht angeschlossen werden. Dies sind dann diese Anfragen „Es war nur die Tastatur defekt, ich habe eine neue eingebaut, aber es geht immer noch nicht“.

Durch eine professionelle Reinigung während der Flüssigkeitsschadenbehandlung entfernen wir diese Ablagerungen und haben so gute Chancen, die Platine zu retten.

Entlötend: Säuren

Viele Getränke und Flüssigkeiten enthalten aggresssive Säuren. Nicht nur die berühmte Säure in Cola ist schädlich, auch einfache Kohlensäure führt zu Schäden. Säuren sind selbst in Kaffee und Säften enthalten. Am aggressivsten ist Harnsäure. Mit dieser kommen vor allem gerne Smartphones beim Toilettengang in Kontakt. Egal wie peinlich der Vorfall ist, verschweigen Sie nie welche Flüssigkeit genau mit dem Gerät in Kontakt gekommen ist.

Säuren zersetzen Lötstellen und feine Kontakte. Wärme beschleunigt diesen Prozess extrem. Wärme und Säure wirkt zusammen wie Lotflussmittel beim Entlöten. Die Schäden werden schnell gravierend, wenn nicht konsequent und richtig gehandelt wird.

Gefährlich: Kurzschlussbrücken

Bei Flüssigkeitsschäden empfehlen wir dringend, das Gerät NIEMALS vor einer Reinigung einzuschalten, weil erst zusammen mit Strom Kurzschlüsse entstehen. Salze und Zucker, die in den meisten Getränken, auch in einfachem Leitungswasser enthalten sind, verkleben oder überbrücken Kontakte und bilden Kurzschlussbrücken. Eine Kurzschlussbrücke ist eine Verbindung zwischen Metallkontakten, die eigentlich nicht bestehen soll, aber durch leitfähiges Material gebildet wird. Der Strom fliesst dann nicht mehr so wie geplant, sondern frei und zufällig. Dies führt zu Überlastung in Schaltkreisen und Bauteilen. Kurzschlüsse in Bauteilen sind die am schwierigsten zu reparierenden Fehler. Im Normalfall würde man das gesamte Bauteil austauschen, was bei einem Notebook die Hauptplatine bzw. bei einem Macbook das LogicBoard ist. Dies ist aber der Kern jeden Gerätes und entsprechend teuer. Ein Austausch von einzelnen Baugruppen (Chips) auf einem Bauteil ist eine komplexe Aufgabe, die nicht immer kostengünstiger als ein Neukauf einer Platine ausgeführt werden kann. Das liegt daran, dass bei Flüssigkeitsschäden selten nur eine Baugruppe betroffen ist, man aber erst eine reparieren muss, bevor man weitere Defekte findet. Oft endet es damit, dass man 2-3h an einer Platine gearbeitet hat und damit die selben Kosten verursacht hat, die eine neue Platine kosten würde. Es ist also wichtig Kurzschlüsse durch besonnenes Verhalten in jedem Fall zu vermeiden.

Bildergalerie

Typische Reparaturanfragen und Aufträge

Scroll to Top