wie bewerbe ich mich?

Wie bewerbe ich mich richtig?Computer Service Stuttgart

Dazu gibt es natürlich schon unzählige Anleitungen und Bücher. Wenn man es schafft, diese eigenständig zu googeln oder ein passendes Buch zu kaufen, hat man schon einen grossen Beitrag zur Antwort auf die Frage „wie bewerbe ich mich richtig?“ geleistet. Zumindest die offizielle Form sollte damit zu schaffen sein. Aber warum klappt es dann häufig trotzdem nicht? Bevor man eine endgültige Antwort auf die Frage „wie bewerbe ich mich richtig?“ erhalten kann, sollte man grundlegend verstanden haben, was genau eine Bewerbung ist und wie eine Bewerbung und das Auswahlverfahren überhaupt funktionieren.

Mein Name ist Nina Buchert, ich bin Diplomingenieurin, Gründerin und geschäftsführende Inhaberin von Mein-Computer-Spinnt.de

Gerne helfe ich Ihnen bei Ihrer Bewerbung, indem ich Sie einlade, die ganze Angelegenheit mal aus meiner Sicht als Arbeitgeberin und Ausbilderin zu betrachten. Vielleicht finden Sie anschliessend selbst für sich eine Antwort auf die Frage: „wie bewerbe ich mich richtig?“

In der Regel machen es sich die Personalabteilungen leicht. Sie sieben nach einem Standardverfahren die Bewerbungen durch. Alles was nicht der Norm entspricht, fliegt raus und was brauchbar erscheint, kommt eine Stufe weiter. Alle anderen erhalten eine freundliche, aber nichts sagende Absage. Manchmal noch nicht einmal das. Das erscheint unfair. Aber wie bewerbe ich mich das nächste Mal besser so ganz ohne Feedback? Aber ernsthaft: Was schreibt man jemandem, der oder die nicht selbst heraus findet, wo das Datum hin kommt, wie man ein PDF erstellt, was in einen Lebenslauf gehört usw.

Im Prinzip ist die Bewerbung schon der erste Test

Jeder Bewerber und jede Bewerberin sollte sich darüber im Klaren sein, dass er oder sie vom ersten Wort, Ton oder Blick schon geprüft wird. Egal auf welche Weise Sie sich bewerben, der Einstellungstest läuft bereits. Wenn Sie den Telefonhörer in die Hand nehmen, wenn Sie die Türe zum Laden öffnen, mit der ersten Kontaktaufnahme steigen Sie mitten in einen Einstellungstest ein. Es ist eben genau nicht so, dass Sie erst einmal ganz unverbindlich, unvorbereitet und völlig planlos grob die Lage checken können, um dann eventuell zu einem Einstellungstest eingeladen zu werden. Nein, der Test läuft schon und Sie sind mitten drin, also verhalten Sie sich entsprechend.

Aber wie bewerbe ich mich so, dass ich auch den Job bekomme?

Aus den Bewerbungen der letzten Jahre möchte ich hier ein paar Tops und Flops näher aufzeigen.

1. unterschätze nie Deinen Gegenüber

Bei Ihrem Gegenüber läuft mit jeder Geste, mit jedem Wort oder mit jeder Zeile ein Punktesystem mit. Auch wenn Sie es nicht glauben, Chefs haben das drauf und jahrelange Übung. Deshalb sind sie die Chefs.

  • Kein Lächeln, Name vergessen, kein Guten Tag, kein Handschlag – minus 5 Punkte
  • Freundliches, gewinnendes sympathisches Wesen, Höflichkeit, ordentliches Aussehen  – plus 100 Punkte

Seien Sie stets zu JEDEM überaus zuvorkommend und höflich, Sie wissen nicht immer wen Sie genau am Telefon oder am Empfang vor sich haben und welchen Einfluss der oder die auf die Personalauswahl hat.

Vor allem denken Sie daran, Ihr nächster Arbeitgeber könnte auch eine Arbeitgeberin sein, also behandeln Sie nicht jede Frau, die ans Telefon geht oder, die Sie empfängt so, als wenn es die unterste Schreibkraft wäre. Aber auch die sollten Sie mit Respekt behandeln, denn schliesslich sind Sie es, der etwas möchte und nicht anders herum. Denken Sie daran, egal wer ans Telefon geht, diese Person hat auf jeden Fall schon einmal etwas, was Sie nicht haben: einen Job in der Firma, in der Sie arbeiten möchten.

2. erledige, was verlangt wird

Als Arbeitgeberin habe ich mir angewöhnt, jedem Bewerber und jeder Bewerberin eine einfache und kleine Aufgabe zu geben.

Es gibt darauf 2 mögliche Reaktionen:

1. Die Aufgabe wird innerhalb einer akzeptablen Zeit erledigt – TOP! Einladung erfolgt

2. Ich erhalte eine Liste von Gründen und Hindernissen, die der Erledigung der Aufgabe im Wege stehen.
Also hier gibt es alles: „keine Zeit“, „muss das denn sein?“, „geht das nicht auch so“, „wie geht das“, bis zu „mein Computer ist kaputt“,  etc. etc. – FLOP! Papierkorb

Ja aber warum ist das so? Kann man denn einem Bewerber oder einer Bewerberin nicht ein wenig entgegen kommen? Kann man nicht ein wenig Hilfe leisten, etwas mehr erklären?

Sorry Leute, aber die Antwort ist ein klares NEIN.

Wenn ich einen telefonischen Bewerber bitte, eine E-Mail zu senden und er damit schon überfordert ist, wie soll ich so jemanden in einem IT Unternehmen beschäftigen?

Wenn ich eine einfache Aufgabe stelle z. B. die Bewerbung in Form eines PDF Portfolios einzureichen und dann jemand mit mir über den Sinn und Unsinn von PDFs diskutieren möchte, soll dass dann für immer so weiter gehen? Habe ich in meiner eigenen Firma keine Ansprüche zu stellen? Wenn ich so eine Person einstelle, was passiert, wenn ich erst einmal anspruchsvolle Aufgaben verteile? Wie lange wird die Diskussion dann gehen?

Fazit:

Gibt man Ihnen eine Aufgabe
nicht meckern, jammern oder maulen

Freuen Sie sich, etwas positives ist passiert! Sie haben Ihren ersten Auftrag erhalten, das ist toll. Sie wollten doch einen Job! Jetzt haben Sie die Chance zu zeigen, was in Ihnen steckt. Hören Sie genau hin und legen Sie sich ins Zeug. Sie sind bereits in Runde 2 und haben es noch nicht einmal bemerkt.

Beim ersten Widerstand nicht aufgeben

Leider steigen an dieser Stelle 80 % der Bewerber und Bewerberinnen aus. Ich höre nie wieder etwas von denen. Das wird nicht nur mir so gehen. So ist dies einer der Gründe, warum letztes Lehrjahr in Baden-Württemberg 6.500 Ausbildungsplätze unbesetzt blieben.

3. der Kunde ist König

Im Prinzip ist eine Bewerbung ein Verkaufsangebot. Als Arbeitgeberin bin ich Ihre Kundin. Ich habe bestimmte Aufgaben und Probleme, die eine Lösung benötigen. Dafür suche ich mir Hilfe auf dem Arbeitsmarkt. d.h. ich gebe Geld dafür aus, dass diese Aufgaben und Probleme gelöst werden. So hart es klingen mag, aber ich bin weder Entwicklungshelferin noch Sozialarbeiterin noch Kinderbetreuung und erst recht nicht auf der Suche nach neuen Problemen und Aufgaben.

Also bitte, liebe Eltern, Lehrer, Grosseltern bietet mir nicht Eure jungen Menschen als Praktikanten an. Wenn noch nicht einmal die Eltern es schaffen, dass sich der Nachwuchs freiwillig und selbsttätig von der Couch bewegt und sich um eine Stelle bemüht, was soll ich da erreichen? Wir motivieren unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit spannenden Aufgaben, aber wir beatmen sie nicht 8 Stunden täglich.

Das ist die Schablone, mit der ich suche:

wer hilft mir, wer bringt uns voran, wer passt zu uns?

Darauf gibt es für einen guten Bewerber und eine gute Bewerberin nur eine Antwort:

Ich!

Aber was möchten Arbeitgeber denn jetzt genau von mir hören? Was schreibe ich? Was sage ich? Wie verhalte ich mich? Wie bewerbe ich mich?

„Ich kann den Job,
ich trage das Unternehmen,
ich passe ins Team“

Das ist Ihr Mantra, das Sie mir als Ihre Kundin nicht nur frei aufsagen, sondern auch beweisen müssen. Denken Sie an Punkt Nr. 1: unterschätze nie Deinen Gegenüber

Arbeitgeber sind kritische und gut informierte Kunden. Es genügt Ihnen kein leeres Verkaufsversprechen, keine auswendig gelernten Sprüche. Sie wollen die „Ware“ ausprobieren, testen, fühlen, prüfen und genau unter die Lupe nehmen. Sagen Sie Ihr Mantra nicht auf, sondern zeigen und leben Sie Ihr Mantra vor. Kein Arbeitgeber wird Sie dann mehr übersehen.

Lernen Sie Ihr Mantra, machen Sie Ihre Hausaufgaben

Ich kann den Job

  • Gut, dann gibt es auch Zeugnisse, Erfahrungen, Beispiele
  • Ich interessiere mich für den Job, lese darüber, entwickele Leidenschaft und Neugier,
    das erkennt jeder sofort, denn wenn ich über den Job spreche leuchten meine Augen
  • Was ich nicht kann, erarbeite ich mir, denn ich möchte immer besser werden, ich lerne gerne und eigenständig ein Leben lang
  • Ich bin ordentlich und kann strukturiert arbeiten, das sieht man schon an meinen Unterlagen und meiner Kleidung
  • Berufsanfänger / Einsteiger: ich habe schon etwas ausprobiert, nachgelesen, selbst gebastelt, programmiert etc.

Ich trage das Unternehmen

  • ich kenne das Unternehmen (zumindest kann ich die Webseite und Social Media nach Informationen über das Unternehmen durchsuchen)
  • ich teile die Unternehmensphilosophie und die Unternehmensziele
  • mir gefallen die Produkte und Marken des Unternehmens
  • ich möchte den Job aus freier Entscheidung und nicht, weil mich das Jobcenter oder die Eltern überredet haben
  • ich erledige meine Aufgaben, man kann sich auf mich verlassen
  • ich mache mich immer nützlich, wenn ich mit meinen Aufgaben fertig bin, suche ich mir neue, biete meine Hilfe an

Ich passe ins Team

  • Ich bin hilfsbereit und freundlich
  • Ich stelle meine eigenen Interessen hinter die Interessen des Teams
  • Ich komme mit guter Laune und motiviert zur Arbeit und freue mich auf meine Kollegen und Kolleginnen, die ich mit Respekt behandle
  • Auch in meiner Freizeit und in Social Media verhalte ich mich loyal und freundschaftlich

Wenn es dennoch nicht geklappt hat

Gehen Sie tief in sich und seien Sie ehrlich

  • Vielleicht war es doch gelogen und man hat es Ihnen deshalb nicht „abgekauft“
  • vielleicht ist es einfach die falsche Stelle, auf die Sie sich bewerben und Ihre Qualifikationen reichen nicht aus
  • vielleicht versuchen Sie etwas zu verkaufen, wofür Sie gar nicht stehen

Wenn Ihr Talent und Ihre Leidenschaft ganz woanders liegen, dann machen Sie etwas anderes. Finden Sie zuerst heraus, was Ihnen wirklich Freude macht, wo Sie Ihre Leidenschaft entwickeln können, damit werden Sie letztendlich auch erfolgreich sein.

Verschwenden Sie keine Zeit und Mühe mit Dingen, die Ihnen keine Befriedigung verschaffen

Jeder, der dieser Tätigkeit nur ein klein wenig mehr Positives abgewinnen kann als Sie, wird den Job eher erhalten und dazu noch besser ausführen.

 

P.S. wer den Artikel bis hier hin gelesen hat, hat schon den ersten Test betsanden

P.P.S. wenn Sie sich bei uns bewerben, kommen Sie automatisch in Runde 2, wenn Sie einen unserer Firmen Leitsätze überzeugend wieder geben können. Suchen Sie sich etwas aus, von dem Sie selbst auch überzeugt sind, womit Sie sich am besten identifizieren können.



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